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Kleines blondes Mädchen, wartest und wartest, entscheidest dich zu bleiben wo du bist. Kein Impuls.

Deine Mutter, sie wartet so sehnlichst, dich endlich zu sehen. Sie kennt dich ja schon. Aber sie will dich im Arm halten. Endlich belohnt werden, für das schier endlose Warten!

Dein Vater ist auch neugierig.

Und dann drei Tage Einleitung. Wie technisch, wie unromantisch. All die Aufklärungen, Risiken, medizinischen Vorgehensweisen. Das nervt und es passiert dennoch nichts. Mittlerweile schon 12 Tage nach dem errechneten Termin.

Plötzlich nachts - es verändert sich etwas. Nur ganz zart, aber nicht mehr wegzudiskutieren. Plötzlich ist alles nass. Die Fruchtblase ist geplatzt. Ein weiter gutes Zeichen. Und dann? Es geht schleppend, es ist schmerzhaft.



Entschluss zur PDA. Keine Frage.

Danach große Erleichterung, Erlösung, die Schmerzen sind so viel leichter.

Die Hoffnung bleibt, dass der rigide Muttermund sich öffnet. Stunde um Stunde vergeht. Von 2 cm auf 3-4 cm, es geht sehr zögerlich voran. Die Herztöne sind gut, kein Grund zur Sorge.

Immerwieder kommen die Hebamme und die Assistenzärztin und motivieren, versuchen verschiedene Positionen. Die Wehen werden leicht unterstützt, dennoch kein nennenswerter Fortschritt.

Bisher hatte ich alles nur von außen begleitet. Jetzt gehe ich dazu, die Mutter kann nicht mehr, ist frustriert.



Ich schaue mir alles genau an. Ich hab kein gutes Gefühl.

Die Summe aus großem Kind, zierlicher Frau, zähem Geburtsverlauf und Sterngucker (Fehleinstellung) ergibt keine guten Voraussetzungen. Die Patientin fleht mich an, endlich den Kaiserschnitt zu entscheiden.

Ich biete ihr noch einen Versuch an, es noch eine weitere Stunde zu probieren. Bessere Lagerung, mehr Wehenmittel.

Völlig erschöpft lehnt sie ab. Auch der Ehemann ist erledigt.

Wir fassen den Entschluss, organisieren alles. Ein bisschen Wartezeit noch, dann geht es los. Ganz in Ruhe, ohne Stress.

Alles klappt, Anästhesie und Operation ohne Komplikationen.

Sophia wird geboren. 4100 g, 37 cm Kopfumfang.



Eine rührende Stimmung im OP. Es kann so schön sein.

Das Kind so sehnlichst gewünscht und erwartet. Freudentränen des Glücks!

Kleines blondes Mädchen...
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